Weingärtnergenossenschaft Heuholz eG auf Facebook:
Die Geschichte der Weingärtner-
genossenschaft
Heuholz eG
Der 20. Februar 1937 war ein denkwürdiger Tag für viele Weingärtner und ihre Familien im romantischen Tal der Ohrn. Im Saal des Gasthauses "Zur Traube" in Harsberg wurde beschlossen, die Weingärtnergenossenschaft Heuholz zu gründen. Schon viele Generationen hatten die Weinberge des Ohrn-Tales fleißig gepflegt. Der Lohn war gering und in manchen Jahren reichte es kaum für das Notwendigste.
Die zurückliegenden Jahre waren besonders hart für den Weingärtnerstand, denn nicht nur die Risiken des schlechten Wetters, der Rebkrankheiten und -schädlinge waren zu bestehen. Auch ertragreiche Jahre gaben meist keinen Anlass zur Freude, weil die Angebotsmenge den Preis nach unten drückte. Das Geld war knapp und es fehlte an Fassraum, um die unterschiedlichen Jahrgänge im Angebot ausgleichen zu können. Man stand in gegenseitiger Konkurrenz - auch zu den benachbarten Weinorten und oft war man gezwungen, den Wein um jeden Preis zu verkaufen.
Was lag also näher, als dem Beispiel anderer zu folgen und die Stärke der Gemeinschaft zu suchen. Die neue Weingärtnergenossenschaft Heuholz hatte ihre erste Generalversammlung am 23. August 1937 unter dem Vorsitz ihres Gründers, Bürgermeister Otto Keller.
Das Protokoll dieser Generalversammlung beschreibt die Aufgaben der Genossenschaft wie folgt: "Die Erstellung und Unterhaltung einer Kelter mit Einrichtung und dem Ziel der gemeinsamen Verwertung der anfallenden Weintrauben der Genossenschaft sowie die Förderung des Weinbaus."
In den Vorstand wurden damals berufen: Adam Happold, Harsberg (VV), Jakob Steiner, Unterhöfen (später auch VV) und August Walch, Renzen. In den Aufsichtsrat wurden gewählt: Gottlieb Häfner (ARV), Karl Schnell, Gottlieb Reger, Johann Bartenbach, Georg Banzhaf sowie Christian Dinkel, als Rechner wurde Friedrich Böhringer bestellt.

- Dieses Foto von 1962 zeigt noch einige der ersten Verwaltungsratsmitglieder.
"Gemeinsam soll fortan die Zukunft gemeistert werden: Einer für alle - alle für einen!
Ein neuer Anfang war gemacht. Schon bald gab es viele Verbesserungen und die Aussicht auf gerechten Lohn für den Fleiß und die harte Arbeit im Weinberg.
Wie stark das Vertrauen in die Gemeinschaft schon damals war, zeigt sich darin, dass bereits zu Beginn der Fünfzigerjahre alle damals Weinbau betreibenden Betriebe der Gemeinden Harsberg und Untersteinbach in der Weingärtnergenossenschaft Heuholz zusammengeschlossen waren.
Ein Meilenstein in der noch jungen Geschichte der Weingärtnergenossenschaft Heuholz eG ist der 20. März 1955. Unter dem Vorsitz des tatkräftigen Vorstandes Friedrich Lösch, der von 1949-1986 - also 37 Jahre lang - die Entwicklung der Genossenschaft maßgeblich prägte, wurde der Bau einer eigenen Kelter beschlossen.
Ein weiterer Meilenstein war die Rebflurbereinigung zwischen den Jahren 1957 und 1960, eine der ersten, die in Baden-Württemberg in Angriff genommen wurde. Der Rebenaufbauplan in Verbindung mit der Flurbereinigung schuf die Möglichkeit jeder Rebe den besten Standort zu geben und moderne Bearbeitungsmethoden anzuwenden. Rebschnitt und Lese waren und sind in Heuholz aber weiterhin Handarbeit.
Der Weinbau ist in Heuholz bereits seit Jahrhunderten beheimatet. Aus einer Chronik des Jahres 1860 geht hervor, dass die "blutroten Weine von Heuholz sehr gewürzreich" waren. Heuholz galt demnach schon früher als Rotweingemeinde.
Neuzeitliche Bewirtschaftung im Weinberg und in der Kelter war und ist das wesentliche Fundament für Qualitätsverbesserung, wachsenden Ertrag und für guten wirtschaftlichen Erfolg. Weitblickend erkannten die Verantwortlichen bereits zur Gründungzeit, dass Qualität mehr und mehr gefragt sein würde. Die heutige große Nachfrage nach den beliebten Heuholzer Weinen bestätigt die Richtigkeit dieser Entscheidungen.
Die 1955/56 neu errichtete Kelter konnte 170.000 l Wein aufnehmen. Bis heute waren drei weitere Bauabschnitte in den Jahren 1962, 1975 und 1981 erforderlich, um die Lagerkapazität auf jetzt 2,5 Mio. l zu steigern.
Heute wie damals wird die Weingärtnergenossenschaft Heuholz eG in traditioneller und handwerklicher Weise geführt. Erfahrung, Tradition und Innovation gehen hier Hand in Hand. So wird ein Teil der Weine in Heuholz auch heute noch im Eichenfass ausgebaut. Kenner wissen diese Spezialität aus Heuholz sehr zu schätzen.
Auch in den Jahren, als das Edelstahlfass in praktisch allen Kellereien seinen Siegeszug antrat, hat man am Dachsteiger das große Eichenholzfass nie ganz abgeschafft, sondern einfach weiter damit gearbeitet.
Diese alten Holzfässer bedürfen besonderer Pflege. Sie werden vor jeder neuen Füllung sorgfältig heiß und kalt ausgebürstet.





