Die Geschichte der
Weinogärtnergenossenschaft Heuholz
Der 20. Februar 1937 war ein denkwürdiger Tag für viele Weingärtner und ihre Familien im romantischen Tal der Ohrn. Im Saal des Gasthauses zur "Traube" in Harsberg wurde beschlossen, die Weingärtnergenossenschaft Heuholz zu gründen. Schon viele Generationen hatten die Weinberge des Ohrn-Tales fleißig gepflegt. Der Lohn war gering und in manchen Jahren reichte es kaum für das Notwendigste.
Die zurückliegenden Jahre waren besonders hart für den Weingärtnerstand, denn nicht nur die Risiken des schlechten Wetters, der Reb-Krankheiten und -Schädlinge waren zu bestehen, sondern auch ertragreiche Jahre gaben meist keinen Anlass zur Freude, weil die Angebotsmenge den Preis nach unten drückte. Das Geld war also knapp, und es fehlte an Fassraum, um die unterschiedlichen Jahrgänge im Angebot ausgleichen zu können. Man stand in gegenseitiger Konkurrenz - auch zu den benachbarten Weinorten; oft war man gezwungen, um jeden Preis zu verkaufen.
Was lag also näher, als dem Beispiel anderer zu folgen und die Stärke der Gemeinschaft zu suchen. Die neue Weingärtnergenossenschaft Heuholz hatte ihre erste Generalversammlung am 23. August 1937 unter Vorsitz ihres Gründers, Bürgermeister Otto Keller.
Das Protokoll beschreibt die Aufgaben der Genossenschaft wie folgt: "Die Erstellung und Unterhaltung einer Kelter mit Einrichtung und dem Ziel der gemeinsamen Verwertung der anfallenden Weintrauben der Genossenschaft sowie die Förderung des Weinbaus." In den Vorstand wurden berufen: Adam Happold, Harsberg (VV), Jakob Steiner, Unterhöfen (später auch VV), August Walch, Renzen.
In den Aufsichtsrat wurden gewählt: Gottlieb Häfner (ARV), Karl Schnell, Gottlieb Reger, Johann Bartenbach, Georg Banzhaf, Christian Dinkel, als Rechner wurde Friedrich Böhringer bestellt.

- Das Foto von 1962 zeigt noch einige der ersten Verwaltungsratmitglieder.
"Gemeinsam soll die Zukunft gemeistert werden: Einer für alle - alle für einen!
Ein neuer Anfang war gemacht. Schon bald gab es viele Verbesserungen und die Aussicht auf gerechten Lohn für den Fleiß und die harte Arbeit im Weinberg. Wie stark das Vertrauen in die Gemeinschaft schon damals war, zeigt sich darin, dass bereits zu Beginn der Fünfzigerjahre alle damals Weinbau betreibenden Betriebe der Gemeinden Harsberg und Untersteinbach in der Weingärtnergenossenschaft Heuholz zusammengeschlossen waren.
Ein Meilenstein in der noch jungen Geschichte der Weingärtnergenossenschaft Heuholz ist der 20. März 1955. Unter dem Vorsitz des tatkräftigen Vorstandes Friedrich Lösch, der von 1949-1986 - also 37 Jahre lang - die Entwicklung der Genossenschaft maßgeblich prägte, wurde beschlossen, jetzt die eigene Kelter zu bauen. Ein weiterer Meilenstein war die Rebflurbereinigung zwischen den Jahren 1957 und 1960, eine der ersten, die in Baden-Württemberg in Angriff genommen wurde. Der Rebenaufbauplan in Verbindung mit der Flurbereinigung schuf die Möglichkeit, jeder Rebe den besten Standort zu geben und moderne Bearbeitungsmethoden anzuwenden. Rebschnitt und Lese sind aber immer noch Handarbeit.
Aus einer Chronik des Jahres 1860 geht hervor, dass die "blutroten Weine von Heuholz sehr gewürzreich" waren. Heuholz galt früher also als Rotweingemeinde. Heute herrschen die Weißgewächse vor. Neuzeitliche Bewirtschaftung im Weinberg und in der Kelter sind die wesentlichen Fundamente für Qualitätsverbesserung, wachsenden Ertrag und für guten wirtschaftlichen Erfolg. Weitblickend erkannten die Verantwortlichen, dass Qualität mehr und mehr gefragt sein würde. Die heutige große Nachfrage nach den beliebten Heuholzer Weinen bestätigt die Richtigkeit dieser Entscheidungen.
170 000 l Wein konnte die neue Kelter 1955/56 aufnehmen. Inzwischen waren 3 weitere Bauabschnitte 1962, 1975 und 1981 erforderlich, um die Lagerkapazität auf jetzt 2,5 Mio. l zu steigern.
Ein Meilenstein in der Jungen Geschichte der Weingärtnergenossenschaft Heuholz ist der 20.März 1955

- Fritz Lösch (Vorstand von 1949-1986)
Unter dem Vorsitz des tatkräftigen Vorstandes Fritz Lösch, der von 1949-1986 also 37 Jahre lang - die Entwicklung der Genossenschaft maßgeblich prägte, wurde beschlossen, jetzt eine eigene Kelter zu bauen.
Weine, die im Holzfass ausgebaut wurden, liegen voll im Trend.
Auch in den Jahren, als das Edelstahlfass in praktisch allen Kellereien seinen Siegeszug antrat, hat man am Dachsteiger das Holzfass nicht ganz abgeschafft, sondern einfach weiter mit gearbeitet. Die alten Eichenholzfässer bedürfen besonderer Pflege. Sie werden vor jeder neuen Füllung heiß und kalt sorgfältig ausgebürstet.






